Blackrock warnt vor FDP

FDP-Chef Christian Lindner

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Kommt es nach der Bundestagswahl zu einer Regierungsbeteiligung der FDP, könnte die Stabilität der Anleihemärkte gefährdet sein. Das zumindest behauptet Blackrock.

Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock hat vor einer Regierungsbeteiligung der FDP gewarnt. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ) und beruft sich dabei auf Martin Lück, der bei Blackrock die Kapitalmarktstrategie für Deutschland und andere europäische Länder verantwortet. Grund für dessen kritische Einschätzung sei die Europapolitik der Partei.

„Die FDP will Griechenland aus dem Euro ausschließen, sie ist für eine strikte Einhaltung des Fiskalpakts und ein scharfer Gegner einer Transferunion“, so Lück laut der SZ. Erst die weiche Auslegung solcher Fragen habe die Lage an den Anleihenmärkten seit 2012 beruhigt. Sollte eine deutsche Bundesregierung unter Beteiligung der FDP hingegen auf die strikten Einhaltung von Prinzipien beharre, könnte die europäische Schuldenkrise zurückkehren.

„Die Spreads für italienische Staatsanleihen könnten sich dann von derzeit 160Basispunkten auch wieder auf jene 270 Punkte ausweiten, die sie schon einmal erreicht haben“, so Lück. Spread steht für die Renditedifferenz zwischen zwei Zinssätzen. Im vorliegenden Fall werden  zehnjährigen Staatsanleihen Italiens mit deutschen Anleihen gleicher Laufzeit vergleichen. Verkürzt gesagt: Je größer der Unterschied, desto größer die europäischen Schuldenkrise. 270 Basispunkte bedeuten, dass Investoren für italienische Anleihen einen Risikoaufschlag von 2,7 Prozentpunkten gegenüber deutschen Anleihen verlangen.