Chancen außerhalb des Euroraums nutzen

Die unterschiedliche Geld- und Zinspolitik dies- und jenseits des Atlantiks spiegelt sich in erheblichen Veränderungen in den Wechselkursen wider.

Dabei ist es wenig verwunderlich, dass sich vor allem der US-Dollar aktuell von seiner starken Seite zeigt. Umgekehrt hat der Euro gegenüber dem Greenback Mitte August 2018 mit 1,13 Dollar den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr erreicht.

Das aktuelle Umfeld macht Anlagen außerhalb der (Währungs-)Grenzen interessant. Dabei ergeben sich für den Anleger mehrere Chancen: einmal über den Wechselkurs und einmal durch ein höheres Zinsniveau.

Dollar-Geldmarktanleihen für sich nutzen

Bei Geldmarktanleihen in Fremdwährungen beispielsweise hängen die Zinszahlungen, die Anleger während der Laufzeit erhalten, von der Entwicklung eines Referenzsatzes ab. Bei Geldmarktanleihen in US-Dollar kann beispielsweise der 3-Monats-USD-Libor als Referenzsatz fungieren. Daher können Anleger am höheren Zinsniveau jenseits der Währungsgrenze partizipieren.

Meist wird zudem ein Mindestzinssatz sowie ein Höchstzinssatz definiert. Die Rückzahlung der Anleihe am Fälligkeitstag erfolgt zum Nennbetrag in US-Dollar. Geldmarktanleihen in Fremdwährungen sind also mit einem 100%-igen Kapitalschutz in Fremdwährung durch die Emittentin zum Laufzeitende ausgestattet.

Dollar-Geldmarktanleihen für sich nutzen

Im aktuellen Umfeld können auch Fremdwährungsanleihen Chancen bieten. Diese entsprechen einer klassischen Festzins-Anleihe, nur wird der Nennbetrag in Fremdwährung festgelegt und auch die Zinsen werden in der entsprechenden Fremdwährung gezahlt. Anleger können hier neben der Chance auf Währungsgewinne an den höheren Zinsniveaus außerhalb des Euroraums partizipieren. Die Rückzahlung erfolgt zum Nennbetrag.

Direkt auf Wechselkurse setzen

Eine weitere Möglichkeit, an unterschiedlichen Wechselkursentwicklungen zu partizipieren, sind Wechselkursanleihen – zum Beispiel auf das Währungspaar Euro-Dollar. Wechselkursanleihen entsprechen in ihrer Funktionsweise Aktienanleihen, wobei hier der Wechselkurs als Basiswert fungiert. Unabhängig vom Kursverlauf des Wechselkurses erhalten Anleger an den jeweiligen Zinszahlungstagen eine feste Zinszahlung in Euro bezogen auf den Nennbetrag. Der Nennbetrag ist ebenfalls in Euro festgelegt.

Die Rückzahlung des Produkts am Rückzahlungstermin ist vom Euro-Dollar-Wechselkurs am Bewertungstag, dem Referenzpreis, abhängig. Liegt der Referenzpreis auf oder unter dem Basispreis, dies entspricht einem nominal fallenden EUR/USD-Wechselkurs, wird die Anleihe zum Nennbetrag zurückgezahlt. Beispielsweise würde ausgehend von einem Basispreis von 1,1737 EUR/USD eine Aufwertung des US-Dollars einen Wechselkurs von kleiner gleich 1,1737 EUR/USD bedeuten. In solch einem Szenario erhält der Anleger am Laufzeitende eine Rückzahlung in Höhe von 100,00% des Nennbetrags (in Euro).

Liegt der Referenzpreis hingegen über dem Basispreis, was gleichbedeutend mit einem niedrigen Dollar im Vergleich zum Euro ist, erhalten Anleger eine Rückzahlung in Höhe des Nennbetrags multipliziert mit dem Basispreis und dividiert durch den Referenzpreis. Der Rückzahlungsbetrag ist in diesem Fall geringer als der Nennbetrag. Notiert der Basiswert am Laufzeitende also zum Beispiel oberhalb des Basispreises von 1,1737 EUR/USD bei 1,25 EUR/USD, hat der US-Dollar gegenüber dem Euro abgewertet und es erfolgt (vergleichbar zu einem Barausgleich bei Aktienanleihen) eine Rückzahlung (in Euro) entsprechend der Wertentwicklung im Vergleich zum Basispreis.

Darauf sollten Anleger zudem achten

Bei Geldmarktanleihen in Fremdwährung und Fremdwährungsanleihen kann aufgrund des Wechselkursrisikos der Rückzahlungsbetrag in Euro umgerechnet geringer als der eingezahlte Betrag ausfallen. Bei Wechselkursanleihen können Verluste entstehen, wenn der Rückzahlungsbetrag zuzüglich der Zinszahlungen geringer als der individuelle Erwerbspreis ausfällt.

Zudem gilt es, das Emittentenrisiko zu beachten. Demzufolge wären insbesondere im Falle einer Zahlungsunfähigkeit der Emittentin Verluste bis hin zum Totalverlust möglich. Während der Laufzeit können zudem verschiedene Faktoren – wie die Kursentwicklung des Basiswerts, die Schwankungsintensität des Kurses des Basiswerts und die allgemeine Zinsentwicklung – den Wert der Zertifikate nachteilig beeinflussen.

Nähere Informationen zu Geldmarktanleihen in Fremdwährung, Fremdwährungsanleihen und Wechselkursanleihen der DekaBank erhalten Sie hier:

oder von den Sparkassen-Ansprechpartnern vor Ort.

Die enthaltenen Meinungsaussagen geben unsere aktuelle Einschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung wieder. Die Einschätzung kann sich jederzeit ohne Ankündigung ändern. Für vollständige Informationen zu Zertifikaten sollten potenzielle Anleger den Wertpapierprospekt lesen, der nebst den Endgültigen Bedingungen und eventuellen Nachträgen sowie dem aktuellen Basisinformationsblatt bei Ihrer Sparkasse oder der DekaBank Deutsche Girozentrale, 60625 Frankfurt kostenlos erhältlich ist oder unter dekabank heruntergeladen werden kann.

Weitere Artikel des Specials

Einleitung

Nach einer langen Phase mit extrem niedrigen Zinsen ziehen die Renditen an. Für Anleger ergeben sich in diesem Umfeld neue Rahmenbedingungen für die Geldanlage. Dabei können Zertifikate eine interessante Anlagemöglichkeit sein.

An steigenden Zinsen partizipieren

Während in den USA die Zinswende längst eingesetzt hat, hinkt der Euroraum noch hinterher. Dies könnte sich aber bald ändern.

Im steigenden Credit Spread-Umfeld anlegen

Im Zuge steigender Anleiherenditen erhöhen sich in der Regel auch die Renditeaufschläge (Credit Spreads) von Unternehmensanleihen, also von Wertpapieren mit höheren Kreditrisiken als beispielsweise sichere Staatsanleihen.

Alternativen zur Direktanlage in Aktien

An den Aktienmärkten ist in den vergangenen Jahren bei vielen Anlegern ein gewisser Gewöhnungseffekt eingetreten. Egal, wie negativ die Nachrichtenlage auch war: Unter dem Strich sind die Kurse stark gestiegen.